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E-Mail-Zustellung verbessern - Teil 2

Im letzten Blogbeitrag unserer mehrteiligen Beitragsreihe zum Thema “Zustellbarkeit” haben wir gezeigt, welchen Einfluss der Absender einer E-Mail darauf hat, ob diese den Weg in den Posteingang findet oder noch vor der Zustellung aussortiert wird. Aber selbst wenn der Absender vertrauenswürdig und gewhitelistet ist, kann eine E-Mail im Spamorder landen, wenn sie typische Merkmale eine Spammail aufweist.

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Nach welchen Kriterien der Spamfilter Inhalte Ihrer E-Mails prüft

E-Mail-Programme versuchen zu erkennen, welche E-Mails der Empfänger erhalten möchte und welche nicht. Dadurch kann es passieren, dass auch erwünschte Nachrichten im Spamordner enden. Der Spamfilter untersucht die E-Mail nach bestimmten Merkmalen und ermittelt dadurch, wie wahrscheinlich diese E-Mail Spam, also eine unerwünschte Nachricht ist. Wenn Ihre E-Mails einige typische Spam-Merkmale aufweisen, werden sie statt in den Posteingang in den Spamordner geleitet. Sie sollten beim Erstellen Ihrer Mailings deshalb darauf achten, diese Merkmale nicht zu nutzen.

Signalwörter vermeiden

In Spammails werden häufig Inhalte rund um die Themen Arzneimittel/Medikamente, nicht jugendfreie Inhalte, Drogen oder Glücksspiel genutzt. Wenn möglich, sollten Sie sowohl im E-Mail-Text, vor allem aber im Betreff auch auf typische Signalwörter wie zum Beispiel “gratis”, “Gewinn”, “Glückwunsch”, “Profit” etc. verzichten. Verwenden Sie außerdem wenig Ausdrücke, die auf dringendes Handeln hinweisen, wie zum Beispiel “nur noch für kurze Zeit”. Setzen Sie die E-Mail-Adresse des Empfängers nicht in den Betreff, da auch das ein Anzeichen für eine Spammail sein kann.

Regeln der Rechtschreibung einhalten

Achten Sie grundsätzlich auf eine korrekte Rechtschreibung und Grammatik, denn diese sind nicht nur Indikator für die Seriosität Ihres Unternehmens, sondern auch Bestandteil der Spamprüfung. Bei zu vielen Fehlern in einer Mail ist es wahrscheinlicher, dass diese als Spam eingestuft wird.

Eigene Begriffe überprüfen

Begriffe, die nicht zur deutschen Sprache gehören, sollten Sie wenn möglich nur selten verwenden. Dazu zählen sowohl erfundene Produktbezeichnungen als auch Markennamen, die nicht in Wörterbüchern zu finden sind, wie beispielsweise auch “rapidmail”. Diese werden von Spamfiltern nicht erkannt und deshalb als falsche Rechtschreibung gewertet.

Unser Tipp:
Kopieren Sie Ihren Newsletter einfach in ein Word-Dokument oder ein anderes Programm mit Rechtschreibprüfung. Dann können Sie sehen, wie viele Wörter wahrscheinlich nicht erkannt werden. Je weniger das sind, desto besser. Wenn Sie eigene Produkt- und Markenbezeichnungen verwenden, sollten Sie diese am besten direkt in Produktbilder integrieren, statt als Text in die E-Mail zu schreiben.

Sonderzeichen sparsam nutzen

Nutzen Sie Sonderzeichen wie beispielsweise “@”, Dollar-, Euro- oder Prozentzeichen sowie Ausrufezeichen nur, wenn sie nötig sind. Vor allem, wenn diese Zeichen mehrfach hintereinander verwendet werden, ist das ein Anzeichen für eine Spammail.

Exzessive Formatierungen meiden

Vermeiden Sie rote Schrift und die Großschreibung jedes Buchstabens eines Worts – vor allem im Betreff! Beides sind Formatierungen, die häufig von Spammern genutzt werden. Verzichten Sie auf exzessive Formatierung, wie beispielsweise zu viele unterschiedliche Textfarben, -größen oder Schriftarten.

Bild-Text-Verhältnis beachten

Spamfilter sehen keine Bilder, deshalb sollten Sie unbedingt darauf achten, Ihren Newsletter nicht nur aus Bildern zu gestalten. Der Filter erkennt in diesem Fall nur ein leeres Mailing, was wiederum auf Spam hindeuten würde. Nutzen Sie Alt-Texte, die angezeigt werden, wenn die Bilder nicht geladen wurden.

Keine zu großen Anhänge versenden

Spamfilter sind bei Anhängen oft skeptisch, da damit schädliche Programme versendet werden können. Senden Sie Anhänge deshalb am besten als pdf-Datei und achten Sie darauf, dass eine Größe von 1MB wenn möglich nicht überschritten wird.

Abmeldelink bereitstellen

Ganz davon abgesehen, dass ein Abmeldelink in kommerziellen Mailings aus rechtlichen Gründen Pflichtbestandteil einer E-Mail ist, hat dieser einen weiteren Vorteil: Empfänger können sich dadurch vom Newsletter abmelden. Das hört sich erstmal merkwürdig an, denn schließlich möchte man seine Empfänger behalten. Die Abmeldung verhindert aber, dass die Empfänger Ihre E-Mail manuell als Spam markieren, wenn sie den Newsletter nicht mehr erhalten möchten. Eine solche Markierung merken sich die Filter nämlich, was die Zustellbarkeit Ihrer nächsten Mailings nicht nur bei diesem Empfänger enorm einschränkt, sondern bei allen Empfängern dieses Anbieters.

Vorsicht bei internationalen Empfängerlisten

Einige Spamfilter reagieren empfindlich auf Mailings, die in anderen Sprachen geschrieben wurden, wenn der Empfänger in dieser Sprache bisher noch kein Mailing erhalten hat. Bei einem Empfänger, der beispielsweise nur deutsche und englische E-Mails empfangen hat, wird ein Mailing in kyrillischer oder chinesischer Schrift eventuell vom Spamfilter aussortiert.

Vorsicht bei eigenem HTML-Code

Verwenden Sie in Ihrem Code kein javascript und achten Sie darauf, dass der HTML-Code aktuellen Standards entspricht und sauber geschrieben wurde. Wenn der Spamfilter Ihren Code nicht lesen kann, könnte das Mailing dadurch im Spamordner landen. Achten Sie darauf, dass die HTML- und Textversionen Ihres Mailings übereinstimmen.

Verlinkungen in E-Mails

Nur auf seriöse Ziele verlinken

Verlinken Sie grundsätzlich nur auf vertrauenswürdige Seiten. Wenn ein Linkziel auf eine unseriöse Domain führt, die beispielsweise keine gängigen Standards wie Zertifizierungen nutzt, erhöht das die Wahrscheinlichkeit, dass die E-Mail vom Spamfilter aussortiert wird.

URLs nicht ausschreiben

Nutzen Sie wenn möglich keine ausgeschriebenen URLs im Text Ihrer E-Mail.  Falls doch, achten Sie unbedingt darauf, dass die angezeigte URL tatsächlich mit dem Linkziel übereinstimmt. Ist das nicht der Fall, schlagen Spamfilter Alarm und zeigen oft eine Phishing-, also Betrugswarnung an (hier gibt’s weitere Infos).

Das ist besonders dann wichtig, wenn Sie in der Statistik die Klicks Ihres Mailings auswerten wollen. Damit diese gezählt werden, ersetzen wir Ihre Verlinkungen automatisch durch Trackinglinks. Das funktioniert wie eine Weiterleitung, Ihre Empfänger bekommen davon also nichts mit. Problematisch ist das nur, wenn Sie wie oben beschrieben eine ausgeschriebene URL im Text nutzen, da durch die Weiterleitung über den Trackinglink die angezeigte URL von der Zieladresse abweicht und dadurch die Warnung angezeigt wird. Um das zu umgehen, haben Sie zwei Möglichkeiten:

  1. Verwenden Sie keine ausgeschriebenen URLs in Ihrem Mailing, sondern Wörter oder Sätze, die Sie verlinken oder auf einem Button nutzen, zum Beispiel “Zum Angebot”, “Website besuchen”, “Neuigkeiten entdecken” oder Ähnliches.

  2. Deaktivieren Sie die Trackinglinks in Ihrem Mailing. Gehen Sie dazu im Mailingeditor rechts auf den Menüpunkt “Links” und entfernen Sie bei allen Links, die Sie nicht durch Trackinglinks ersetzen möchten, die Haken aus den Checkboxen. Beachten Sie aber, dass wir in diesem Fall keine Klickstatistik dafür erstellen können.

Eigene Trackinglinks nutzen

Verwenden Sie wenn möglich eigene Trackinglinks. Dazu können Sie in den Kontoeinstellungen unter “Domains” eine eigene Domain eintragen, die für Tracking- und Abmeldelinks verwendet wird. Im Mailingeditor können Sie für jedes Mailing separat auf der rechten Seite unter “Domain” entscheiden, welche Sie nutzen möchten.

Keine gekürzten Links verwenden

In Spammails werden oft gekürzte Links wie “bit.ly” verwendet, damit der Leser nicht sehen kann, auf welche Seite er beim Klick geleitet wird. Da für URLs in Ihrem Newsletter keine Zeichenbeschränkungen gelten, gibt es auch keinen Grund, gekürzte Links zu verwenden.

Auf Domains statt IP-Adressen verlinken

Verlinken Sie wenn möglich immer auf eine Domain statt auf eine IP-Adresse. Der Empfänger (und damit auch der Spamfilter) sollte sehen können, wohin eine Verlinkung führt.

Ist meine E-Mail Spam?

Ihre E-Mail wird nicht automatisch als Spam eingestuft, wenn Ihr Mailing eines der beschriebenen Merkmale aufweist. Aus den verschiedenen Kriterien ermittelt der Spamfilter ein Rating, also einen Wert, der die Spam-Wahrscheinlichkeit Ihrer E-Mail angibt. Dabei kommt es nicht nur darauf an, gegen wie viele der Kriterien Sie “verstoßen”, sondern auch gegen welche, da diese unterschiedlich gewichtet werden. Erst wenn ein gewisser Wert überschritten wurde, wird Ihre E-Mail vom Spamfilter tatsächlich aussortiert.

Die Einstufung hängt zudem stark davon ab, welchen Spamfilter Ihre Empfänger nutzen, da auch die Filterkriterien von Anbieter zu Anbieter und von Land zu Land abweichen. Während beispielsweise Spamassassin (als einer der meistgenutzten Spamfilter im englischsprachigen Raum) bereits die allgemeine Anrede “Dear sir” oder “Dear madam” als Anzeichen für Spam wertet, stellt eine allgemeine Anrede im deutschsprachigen Raum, also zum Beispiel “Sehr geehrte Damen und Herren”, eigentlich kein Problem dar.

Unser Tipp: Personalisieren Sie die Anrede in Ihrem Mailing trotzdem, wann immer es möglich ist. Bei personalisierten Inhalten sind in der Regel die Interaktionen mit der E-Mail, also beispielsweise Klicks und Antworten, höher als bei nicht-personalisierten Inhalten, was sich wiederum positiv auf die Zustellrate auswirkt. Warum das so ist, erfahren Sie demnächst im dritten Teil der Blogreihe zum Thema Zustellbarkeit.

Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Ihre E-Mails als Spam eingestuft werden oder warum diese nicht bei Ihren Empfängern ankommen, kontaktieren Sie uns. Wir prüfen gerne mit Ihnen zusammen, woran es im Einzelfall liegen könnte.

Zu Teil 1: Welche Auswirkungen der Absender auf die Zustellbarkeit einer E-Mail hat

Zu Teil 3: Wie sich die Qualität Ihrer Empfängerlisten auf das Spamrating auswirkt


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Veröffentlicht am: 14.03.2019

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