Einwilligung der Newsletter-Empfänger neu einholen (DSGVO)

Wussten Sie schon, dass Sie die Einwilligung Ihrer Empfänger nicht erneut einholen müssen? Derzeit werden viele E-Mails mit der Bitte um Bestätigung der Einwilligung zu den EU-DSGVO Bestimmungen für Newsletter versendet.

Aus folgenden Gründen ist das nicht notwendig:

  1. Die Einwilligung der Empfänger wird wie bisher im UWG geregelt, daran ändert sich durch die EU-DSGVO zunächst nichts. Das erneute Einholen der Einwilligung ist daher nicht nötig, da dies nicht durch die DSGVO geregelt wird. Auch an den Strafen ändert sich nichts, es gelten zunächst weiterhin das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) und das Telemediengesetz (TMG).
  2. Gerade erst hat der Bundesgerichtshof entschieden, dass Einwilligungen nicht durch reinen Zeitablauf erlöschen, es reicht also wenn der Empfänger in der Vergangenheit ein Opt-in erklärt hat, siehe Urteil BGH.
  3. Weiterhin enthält die EU-DSGVO selbst einen Passus, aus dem sich die Fortgeltung von Einwilligungserklärungen direkt ergibt, siehe §171.
  4. Der Beschluss der Aufsichtsbehörden für den Datenschutz im nicht-öffentlichen Bereich besagt, dass bisher erteilte Einwilligungen fortgelten. Dies ist hier nachzulesen.
  5. Durch eine solche Aktion wird Ihr Verteiler natürlich deutlich verkleinert, was sich natürlich auch direkt negativ auf Ihre Marketing-Maßnahmen auswirken würden. Fragen Sie bei Ihren Empfängern nach, müssen Sie auch ein Nein akzeptieren. Prüfen Sie einmal die Klickrate Ihres letzten Newsletters, in diesem Bereich wird sich auch die Zustimmung bewegen.
  6. Selbst die EU-Kommissarin für Justiz hat bereits betont: Es geht um gesunden Menschenverstand und Verhältnismäßigkeit. Die Datenschutzbeauftragten werden auch nicht nur sanktionieren, sondern zunächst beraten. Weiterhin sollen sich die Behörden auf die Anbieter konzentrieren, die den größten Schaden verursachen können, die die meisten Daten verarbeiten. Beim Versand von Newslettern fallen Sie sicher nicht unter diese Kategorie. Eines der vielen Interviews finden Sie hier.

Zusammengefasst lässt sich sagen: Bei der EU-DSGVO handelt es sich also bisher nur um ein abstraktes Gesetz ohne Rechtsprechung, daher ist es schwer zu sagen wie sich alles in der Praxis darstellen wird. Wir raten hier abzuwarten was die Einwilligung angeht, denn wenn Sie eine solche Mail versendet haben und der Empfänger nicht zugestimmt hat, haben Sie verfrüht Fakten geschaffen.


Aus diesen Gründen raten wir Ihnen dringend davon ab, diese Schritte durchzuführen. Wenn Sie die Einwilligung Ihrer Empfänger dennoch erneuern möchten, gibt es drei Wege:

Einwilligung voraussetzen

Eine Möglichkeit wäre es, weiterhin zu informieren, wenn sich der Empfänger nicht aktiv abmeldet. Ein entsprechender Mustertext könnte so aussehen:

Wir nehmen Datenschutz ernst, daher möchten wir Sie informieren, dass wir Ihre persönlichen Daten (wie z.B. Vorname, Nachname, E-Mail Adresse) zum Versand von Newslettern verwenden.

Am 25. Mai 2018 tritt die neue EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) in Kraft. Der Versand unseres Newsletters ist DSGVO-konform. Sie können Ihre Einwilligung jederzeit per E-Mail an ihre@email.de oder durch den Abmeldelink widerrufen.

Sollte kein Widerruf erfolgen, gehen wir davon aus, dass Ihre Einwilligung weiterhin gilt.


Double-Opt-In einholen

WICHTIG:

Sie benötigen hier also 2 Empfängerlisten:

  1. Ihre bisherige Empfängerliste, welche Sie nun anschreiben, um die Anmeldung zu erfragen.
  2. Eine leere Empfängerliste, in welche die neuen Anmeldungen eingehen.

1. Eine neue leere Empfänger-Liste erstellen, in welche die Anmeldungen eingehen

Klicken Sie Empfänger ► Empfängerlisten.
Wählen Sie den grünen Button Empfängerlisteanlegen und benennen Sie die neue Liste, z.B. „Einwilligung Neu“ und klicken Sie den Button Speichern:

Empfänger-Einwilligung-neu

WICHTIG: Importieren Sie KEINE Empfänger in diese neue Empfängerliste! Diese Liste bleibt leer!

2. Ein Anmelde-Formular erstellen

Nachdem die neue Empfängerliste angelegt wurde, können Sie für diese Empfängerliste ein Anmelde-Formular erstellen. Um ein neues Formular anzulegen, klicken Sie im Menü auf der linken Seite auf Anmeldeformulare und anschließend auf Online-Formulare. Mit einem Klick auf den Button +Neues Formular anlegen starten Sie den Formular-Editor.

Nachdem Sie das neue Formular angelegt haben, klicken Sie einfach auf Speichern und Einbaucode Anzeigen. Dann können Sie die URL zum Teilen für das Anmelde-Formular in ihre Zwischenablage kopieren.

Speichern-und-Einbaucode-Anzeigen

3. Link im Newsletter versenden

Sie können diesen Link zur erneuten Anmeldung einfach in Ihrem Newsletter an Ihre bisherige Empfängerliste versenden. Wenn Sie möchten, dass das Anmeldeformular schon vorausgefüllt ist, fügen Sie hinter diesen Link noch folgendes ein:

?email={%email}&firstname={%firstname}&lastname={%lastname}&gender={%gender}

In diesem Beispiel wird E-Mail, Vorname und Nachname schon automatisch ausgefüllt. Der komplette Link für Ihren Newsletter würde also so aussehen:

https://t978cc705.emailsys1a.net/109/1527/0047f3b3f1/subscribe/form.html?email={%email}&firstname={%firstname}&lastname={%lastname}&gender={%gender}

Beim Newsletter-Versand werden dann die einzelnen Variablen für jeden Empfänger ersetzt, so dass jeder Empfänger auf eine individuelle Seite mit seinen Daten kommt:

Formular-vorausgefüllt

Auf diesem Wege können Sie von jedem Empfänger im Newsletter die Einwilligung via Double-Opt-In erneut einholen. Der Empfänger muss somit nur noch auf „Anmelden“ klicken und den Link in der Bestätigungsmail anklicken, schon wurde das Double-Opt-In eingeholt.


Einwilligung per QR-Code – die moderne Alternative

Mit unseren neuen Anmeldeformularen, haben Sie die Möglichkeit auch einen QR-Code für Anmeldeformular zu generieren. So erreichen Sie eine noch größere Zielgruppe, der es einfach gemacht wird, sich anzumelden.

Erstellen Sie hierfür einfach wie in den oberen Schritten ihre Empfängerliste und ihr Formular und klicken Sie im letzten Schritt auf „QR-Code generieren“. Diesen können Sie dann als Bilddatei herunterladen und in ihr Mailing einbauen.

QR-Code-Formulare.

Jetzt kann der Empfänger auch einfach den Code abscannen und sich in die Anmelde-Maske eintragen.

Rechtlicher Hinweis: Dieser Artikel dient nur Informationszwecken und stellt keine Rechtsberatung dar.


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